Planungsbüro für Energieeffizienz

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03.04.2025

So erkennen Sie überdimensionierte Gebäudetechnik Ein Leitfaden für Bauherren und Auftraggeber

Trauriger Investor - Kosteneffizienz TGA
Trauriger Investor - Kosteneffizienz TGA
Trauriger Investor - Kosteneffizienz TGA

⚙️ Überdimensionierte Gebäudetechnik erkennen: Warum weniger oft mehr ist

🔍 Technik, die nicht gebraucht wird, ist nicht nachhaltig. Wir zeigen, worauf es bei bedarfsgerechter TGA-Planung ankommt – für effizientere Gebäude und zufriedenere Nutzer.

🧩 1. Der Hintergrund: Wenn Technik zum Selbstzweck wird

Moderne Gebäude sind oft voller Technik – leistungsstarke Wärmeerzeuger, große Lüftungsanlagen, komplexe Steuerungen. Das wirkt auf den ersten Blick professionell – sorgt aber in der Praxis regelmäßig für hohe Kosten, unnötige Komplexität und ungenutzte Potenziale.

Unsere Erfahrung zeigt:
Viele Systeme werden überdimensioniert – aus Gewohnheit, Sicherheitsdenken oder fehlender Abstimmung zwischen Planung, Architektur und Nutzung.

Wer frühzeitig den Bedarf definiert, spart Geld, Energie und Frust.

🧱 2. Technische Anzeichen für überdimensionierte TGA-Systeme

🔥 1. Heizleistung deutlich über dem Bedarf

In sanierten Gebäuden werden oft Heizlasten wie im unsanierten Altbau angesetzt. Die Folge:

  • zu große Heizungsanlagen

  • überdimensionierte Heizflächen

  • ineffizienter Teillastbetrieb

Insbesondere beim Einsatz von Wärmepumpen ist eine Überdimensionierung doppelt ärgerlich. Viel zu hohe Investitionskosten und ein ineffizienter Betrieb durch unnötige Taktungen führen nicht zu unnötigen Problemen.

🌬️ 2. Lüftungsanlagen mit überhöhtem Luftvolumenstrom

Mehr Luft = mehr Investitionskosten und mehr Stromkosten
Bedarfsgerechte Systeme und ein sinnvolles Hinterfragen von wirklichen Anforderungen und Gleichzeitigkeiten führen zu einer zukunftsfähigen Technik.

🤐 3. Keine Diskussion in frühen Planungsphasen

Wenn in frühen Leistungsphasen nicht über die Nutzeranforderungen und alternative Konzepte diskutiert wurde werden viele Chancen verpasst. Denn je früher im Planungsprozess diskutiert wird, desto mehr Einfluss kann noch genommen werden.

Studien zeigen: An den gesamten Lebenszykluskosten eines Bauwerks sind die Planungskosten sehr gering, haben den größten Einfluss auf alle folgenden Kosten.

⚙️ 4. Produktauswahl nicht hinterfragen

Egal ob öffentliche und produktneutrale Ausschreibung oder direkte Auftragsvergabe - wie beim Autokauf gibt es auch im Bereich der Gebäudetechnik Hersteller im Preissegment Porsche oder im Bereich von Opel. Beide Systeme liefern Funktionalität, dafür gibt es bei teureren Herstellern weitere Premium Eigenschaften. Hinterfragen Sie ob diese Premium Eigenschaften wirklich notwendig sind.

🛠️ 5. Hoher Wartungs- und Instandhaltungsaufwand

Mehr Technik = mehr potenzielle Fehlerquellen. Das macht sich in den Wartungskosten deutlich bemerkbar. Insbesondere für moderne Neubauten mit optimierter Gebäudehülle sollte über Low Tech Ansätze nachgedacht werden. Macht es wirklich noch Sinn für einen minimierten Heizwärmebedarf teure und komplexe Systeme zu installieren?


✍️ 3. Warum kommt es dazu?

🤔 Ursachen überdimensionierter Gebäudetechnik:

  • Sicherheitszuschläge: lieber zu viel als zu wenig – aus Angst vor Unterdimensionierung

  • Alte Planungsschablonen: „So haben wir das immer gemacht“

  • Fehlende Kommunikation: zwischen Nutzer, Architekt und TGA-Planung

  • Komplexität als Verkaufsargument: Technik als „Qualitätsmerkmal“, das nicht gebraucht wird


🧠 4. Was Sie als Auftraggeber tun können

1. Bedarf realistisch definieren

Was brauchen Sie wirklich? Wer nutzt das Gebäude? Wie viel Komfort ist sinnvoll?

2. Low-Tech-Varianten einfordern

Fragen Sie bewusst nach einfachen Lösungen. Oft gibt es Alternativen mit weniger Technik und mehr Wirtschaftlichkeit.

3. Frühe integrale Planung

Binden Sie Architekt, TGA-Planer und Nutzer frühzeitig ein. Nur so kann der Bedarf sinnvoll erfasst und in die Planung integriert werden.

4. Lebenszyklus mitdenken

Nicht nur die Investition zählt – auch Wartung, Bedienung und Energieverbrauch über Jahre hinweg.

5. Planer mit Reduktionskompetenz wählen

Technik planen heißt auch: weglassen können. Das braucht Erfahrung und den Mut, Standards zu hinterfragen. Denken Sie über Bonus- und Malus-Regelungen für das Erreichen der Baukostenobergrenze nach. Schaffen Sie sich ein Planungs- und Handwerkerteam welches motiviert wird Kosten einzuhalten - Bonuszahlungen eignen sich hervorragend.

🏠 Fallbeispiel: Low-Tech mit Klarheit

In einem aktuellen Mehrfamilienhaus-Neubauprojekt in Mecklenburg-Vorpommern wurde bewusst auf ein wassergeführtes Heizungssystem und Lüftungsanlagen verzichtet. Stattdessen:

  • Fensterlüftung

  • Kostengünstige und wartungsarme Infrarotheizungen inkl. Photovoltaikanlage

  • kompakte, einfach bedienbare Heiztechnik

➡️ Ergebnis:

  • niedrige Investitionskosten und Steigerung der Rendite

  • minimaler Wartungsaufwand

  • hohe Akzeptanz bei den Mietern

Ein Beispiel dafür, wie technische Reduktion zu echtem Mehrwert führen kann.

📄 5. Fazit für Entscheider: Technik muss passen

Gebäudetechnik ist kein Selbstzweck. Sie soll:

  • den Bedarf decken

  • zuverlässig sein

  • wirtschaftlich betrieben werden können

Weniger Technik kann mehr Nachhaltigkeit bedeuten.
Wer gezielt plant, spart nicht nur Energie – sondern auch Zeit, Wartung und Investitionskosten.


📬 Sie planen ein Projekt?

Sie fragen sich, ob Ihre Gebäudetechnik wirklich zum Bedarf passt? Oder möchten bewusst Low-Tech-Strategien verfolgen?

👉 Wir beraten Sie gerne – mit TGA-Planung, die reduziert, was überflüssig ist, und stärkt, was wirkt.

Erzählen Sie uns von Ihrem Projekt.

Wenn Sie eine erste Einschätzung oder Hilfe benötigen, melden Sie sich gerne bei uns. Wir freuen uns immer auf neue spannende Projekte.

Georg Helm

Gründer und Inhaber
info@bluevelum.de
+49 381 2605 6810

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