26.03.2025
Versteckte Gefahr in Gebäuden: Schadstoffe und ihr Einfluss auf die energetische Sanierung
Versteckte Gefahr in Gebäuden: Schadstoffe und ihr Einfluss auf die energetische Sanierung
In der modernen Energieberatung dreht sich vieles um Dämmung, Heizsysteme und nachhaltige Baumaterialien. Doch ein Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist die Belastung von Bestandsgebäuden durch Schadstoffe. Gerade in älteren Gebäuden lauern unsichtbare Gefahren, die nicht nur die Gesundheit der Bewohner, sondern auch die Effizienz und Nachhaltigkeit geplanter Sanierungen negativ beeinflussen können.
Ein typisches Beispiel: Ein Gebäude soll energieeffizient saniert werden, doch beim Entfernen der alten Dämmung wird Asbest oder künstliche Mineralfaser (KMF) entdeckt. Das bedeutet nicht nur erhebliche Mehrkosten, sondern kann die Sanierung auch verzögern oder sogar unmöglich machen.
Welche Schadstoffe kommen in Gebäuden vor?
Viele Wohn- und Gewerbegebäude, die vor 2000 errichtet wurden, enthalten gesundheitsschädliche Substanzen. Besonders problematisch sind:
Asbest (verboten seit 1993) – Wurde in Dachplatten, Fassadenverkleidungen, Bodenbelägen und Rohrisolierungen eingesetzt. Beim Ausbau oder bei Bohrarbeiten können Asbestfasern freigesetzt werden, die schwere Atemwegserkrankungen verursachen.
Künstliche Mineralfasern (KMF) (verboten seit 2000) – Eine weit verbreitete Dämmung, die oft lungengängige Fasern enthält. Gerade bei Sanierungen oder Umbauten kann es zur Freisetzung dieser Fasern kommen.
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) (verboten seit 1991) – Kommen in teerhaltigen Baustoffen vor, insbesondere in alten Parkettklebern, Dachbahnen oder Abdichtungen. Diese Stoffe können krebserregend sein.
Holzschutzmittel (teilweise seit 1991 verboten) – Früher wurden Holzschutzmittel mit hochgiftigen Chemikalien wie DDT, PCP oder Lindan verwendet, insbesondere in Dachstühlen, Fertighäusern und Holzverkleidungen. Diese Stoffe dünsten über Jahre hinweg aus.
Bleileitungen (ab 2026 verboten) – Noch in vielen Altbauten vorhanden, vor allem bei Trinkwasserleitungen. Blei kann zu Vergiftungen führen und ist besonders für Kinder gefährlich.
Radon – Ein unsichtbares, radioaktives Gas, das aus dem Erdreich ins Gebäude eindringt. Besonders in schlecht belüfteten Kellern oder bei schlecht abgedichteten Böden kann es sich ansammeln und das Lungenkrebsrisiko erhöhen.
Warum ist das für die Energieberatung so wichtig?
1. Schadstoffe beeinflussen die Wahl der Sanierungsmaßnahmen
Wer ein Gebäude energetisch optimieren möchte, sollte vorher prüfen lassen, ob gefährliche Stoffe vorhanden sind. Beispielsweise müssen alte Asbestdächer oder PAK-haltige Bodenbeläge vor der eigentlichen Sanierung aufwendig entfernt werden – das kann die Kosten und die Dauer der Maßnahme erheblich beeinflussen.
2. Gesundheitsrisiken bei unbedachten Sanierungen
Ein falscher Umgang mit schadstoffbelasteten Baumaterialien kann ernste gesundheitliche Folgen haben. Beispielsweise kann eine unzureichend durchgeführte Fassadendämmung dazu führen, dass sich Radon-Konzentrationen im Gebäudeinneren gefährlich erhöhen. Auch das Entfernen alter Dämmstoffe oder Klebstoffe ohne Schutzmaßnahmen kann zu einer erheblichen Belastung der Raumluft führen.
3. Wertermittlung und Wiederverkaufswert der Immobilie
Immobilien mit Schadstoffbelastung können einen geringeren Marktwert haben. Käufer sind sensibilisiert und fordern oft eine Schadstoffprüfung, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. Eine frühzeitige Identifikation und fachgerechte Sanierung kann langfristig den Wert und die Attraktivität der Immobilie steigern.
Fazit: Schadstoffanalyse vor der energetischen Sanierung ist unerlässlich
Wer eine nachhaltige und effiziente Sanierung plant, sollte nicht nur auf Dämmwerte und Heiztechniken achten, sondern auch eine Schadstoffbewertung durchführen lassen. Dies schützt nicht nur die Gesundheit der Bewohner, sondern verhindert unerwartete Mehrkosten und Verzögerungen während der Bauphase.
Lassen Sie Ihr Gebäude vor einer Sanierung von Fachleuten auf Schadstoffe prüfen! Wir helfen Ihnen gerne weiter!